Buchs rückt sein römisches Erbe ins rechte Licht – Tag der offenen Tür im Kryptoportikus am Samstag, 19. September

10.09.2009 - Medienmitteilung

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Das Furttal ist reich an Funden aus römischer Zeit. Archäologische Grabungen haben die Überreste grosser Gutsbetriebe ans Tageslicht geholt. Einer davon stand in Buchs. Zur herrschaftlichen Residenz gehörte ein bis heute erhaltener Kryptoportikus – ein unterirdischer, ursprünglich mit Wandmalereien ausgestatteter Gewölbegang. Jetzt macht die Kantonsarchäologie den etwas in Vergessenheit geratenen Fundort mit einem zeitgemässen Ausstellungskonzept wieder zum Anziehungspunkt für historisch Interessierte. Zur Eröffnung gibt’s am Samstag, 19. September 2009, einen Tag der offenen Tür.

Über der Erde ist in Buchs nur noch wenig vom römischen Erbe zu sehen. Auf den archäologischen Überresten des Gutsbetriebes, dessen Umfassungsmauer vor knapp 2000 Jahren ein Gelände von mehr als fünf Hektaren umspannte, ist über die letzten Jahrzehnte hinweg ein gefragtes Wohnquartier entstanden. Steigt man an der Kastellstrasse allerdings ein paar Treppenstufen unter den Boden, landet man neuerdings mitten im römischen Leben. Im stimmungsvoll ausgeleuchteten Ausstellungsraum öffnet sich den grossen und kleinen Besuchern ein Fenster in den Alltag auf dem einstigen Gutsbetrieb. Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet der herrschaftliche Gebäudekomplex, der hier einst stand, sowie die Wohn-, Bade- und Gartenkultur seiner römischen Bewohner zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert.

Pompeji lässt grüssen

Der Ausstellungsraum befindet sich im sogenannten Krypotportikus – einem unterirdischen Gewölbegang im einstigen Hauptgebäude. Dessen Wandmalereien aus der Zeit zwischen 100 und 140 nach Christus können in Fragmenten noch heute bewundert werden. Sie sind Ausdruck davon, dass die Besitzer des Gutshofs keine Kosten scheuten, um ihren Wohnsitz und dessen Umgebung möglichst repräsentativ zu gestalten und ihre Wohnräume – mit luxuriösen Bädern und beheizten Wohnräumen – nach den Vorbildern aus dem Mittelmeerraum einzurichten. Zum gehobenen Standard gehörte auch der herrschaftlich gestaltete Garten mit Wasserbecken und Springbrunnen, wie man ihn von Darstellungen aus Pompeji kennt.

In Buchs ist man stolz auf den neuen Anziehungspunkt, wie Gemeindepräsident Ernst Ruosch anmerkt: «Als Gemeinde sind wir glücklich, die Ausgrabungen aus der Römerzeit in einer attraktiven, reich bebilderten Ausstellung zeigen zu können. Ich hoffe, dass auch Schulklassen und Familien die Gelegenheit wahrnehmen, hier einen Blick in unsere Geschichte und Kultur zu werfen.» Beat Eberschweiler, Leiter der Abteilung Archäologie und Denkmalpflege Kanton Zürich, ergänzt: «Mit der Erneuerung und Aufwertung dieser Anlage leistet der Kanton einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes im Furttal und zu dessen Vermittlung an eine interessierte Öffentlichkeit.»

 

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Tag der offenen Tür im Kryptoportikus, Kastellstrasse, Buchs
Samstag, 19. September 2009, 14.00 – 17.00 Uhr

Mit kommentierten Führungen für die ganze Familie (alle 30 Minuten),
römischen Spielen und Wettbewerb

Die Ausstellung im Kryptoportikus kennt keine festen Öffnungszeiten, sondern ist individuell auf Anfrage zugänglich.
Kontakt: Thomas Spaenhauer, E-Mail kryptoportikus@vtxfree.ch, Telefon 079 322 38 64


Kunstvolle Wandverkleidungen
In den Vitrinen des Ausstellungsraums im Kryptoportikus sind unter anderem kostbare Fragmente der einstigen Wandverkleidung zu be-wundern. Im Bild eine Steinplatte mit dem Flachrelief eines Leoparden – vermutlich ein Ausschnitt aus einer Jagdszene.

Gartenanlage mit Wasserbecken
Vor der repräsentativen Hauptfassade der Villa erstreckte sich ein prächtiger Garten mit Freitreppe und Springbrunnen, der über eine Freitreppe zugänglich war.

Anschaulicher Blick in die Vergangenheit
Schon die Römer wussten eine privilegierte Wohnlage zu schätzen. Die Visualisierung, die aufgrund von archäologischen Grabungen in Buchs und Umgebung angefertigt werden konnte, vermittelt einen realitätsnahen Eindruck von der Aussicht, wie sie sich den Bewohnern vom Säulengang der Villa aus präsentiert haben dürfte.

Buchs rückt seine römische Vergangenheit ins rechte Licht
Im stimmungsvoll beleuchteten Ausstellungsraum öffnen Informations-tafeln, Rekonstruktionen und Grabungsfunde ein Fenster auf das rege Leben der alten Römer im Furttal.

(Medienmitteilung der Baudirektion)

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